Narbige Alopezie

Alopezie, die auch als Cicatricial Alopezie (Haarausfall mit Narbenbildung) genannt wird, ist eine Erkrankung, bei der eine Störung und Zerstörung der Haarfollikel vorhanden ist, die durch Narbengewebe ersetzt werden. Narben, die von schweren Verletzungen herrühren, Infektionen, Verbrennungen, Radiodermitis, Beschädigungen durch Chemikalien oder nach bestimmten chirurgischen Eingriffen (Facelift, Augenbrauenanhebung, Neurochirurgie, Hauttumoroperationen) sind anderer Herkunft (Ätiologie) als die narbige Alopezie. Obwohl die Ursache unbekannt ist, wird angenommen, dass durch den Autoimmunprozess gegen die Zellen der Haarfollikel und Talgdrüsen das Nachwachsen der Haare verhindert wird. Es ist weder ansteckend noch erblich und tritt bei ansonsten gesunden Menschen aller Altersgruppen auf. In den meisten Fällen erscheint sie in Form von kleinen Feldern, die sich allmählich im Laufe der Zeit erweitern können, begleitet mit oder ohne Anzeichen und Symptomen wie Rötung, Brennen, Schuppenbildung, starken Juckreiz und sogar möglichen starken Schmerzen. Wenn der Prozess aktiv ist, ist die Wahrscheinlichkeit für das Vorhandensein dieser Symptome umso größer, da auch die Entzündung stärker ist. Die Diagnose erfolgt durch eine ausführliche Anamnese mit der Betonung, auf welche Weise der Haarausfall verläuft und auf die Begleitsymptome, weiters auf die Dermatoskopie, durch welche festgestellt werden kann, ob es sich um einen aktiven Prozess handelt und schließlich die Biopsie. Mit der Therapie sollte so bald als möglich begonnen werden, um die Beschwerden zu lindern und größeren Haarverlust zu verhindern.

 

Je nach Typ der Entzündungszellen, welche dominieren, werden drei Gruppen von Alopezie unterschieden:

 

  • lymphatische Vorherrschaft: Lichen planopilaris, frontal fibrosierende Alopezie, zentrale zentrifugale Cicatricial Alopezie, Pseupelade Broq
  • Neutrophile Vorherrschaft: Folliculitis Dekalvans, Tufted Haarfollikeln
  • Mischzellen: Kelodal-Akne, nekrotische Akne

 

alopecija_01-vBei der Frontal fibrosierenden Alopezie handelt es sich um die lymphatische Form von Cicatricial Alopezie und sie wird hauptsächlich als dauerhafter Haarverlust mit der Bildung von Narbengewebe in der Stirnregion betrachtet, manifestiert sich in der Regel bei Frauen (über 50 Jahre), die sich in der Postmenopause befinden. Charakteristisch ist der streifenhaft symmetrische Haarausfall im frontalen und frontotemporalen Bereich des Kopfes, gekennzeichnet durch Verdünnung und Verlust der Augenbrauen und Wimpern. Die Haut sieht normal aus und verblasst. Obwohl die Ursache nicht bekannt ist, wird angenommen, dass diese Erkrankung einen Zusammenhang mit der Immunantwort und der Hormonkomponente (Klimakterium) der Pathophysiologie dieses Zustandes hat. Die Diagnose wird aufgrund des klinischen Bildes und dem typischen Haarausfall gestellt. Wichtig ist, die frontal fibrosierende Alopezie von der traktionären Alopezie zu unterscheiden, die eine ganz andere Ursache hat, zu ihr kommt es im gleichen Bereich wegen der starken Zugkraft (Spannung) aufgrund des vieljährigen Tragens eines Pferdeschwanzes oder desgleichen.

 

Es ist unbedingt notwendig eine Dermatoskopie und bei unsicherheit auch eine Biopsie vorzunehmen. Es gibt immer noch keine wirksame Therapie. Am häufigsten werden Kortikosteroide angewandt (topisch, intradermal oder oral). Wenn es sich um eine stärkere Entzündung handelt, ist es notwendig, Antibiotika zu verabreichen. Inhibitoren der 5-Alpha-Reduktase wie Finasterid, haben sich gut bewährt um weiteren Haarausfall zu verhindern. Im Jahr 2009 erfolgte ein Versuch die Behandlung mit dem Medikament Pioglitazon (off-label) gegen Diabetes durchzuführen, dessen Effizienz variiert, jedoch eine Studie zeigte, dass bei 3 von 4 Patientinnen, die Symptome der Entzündung und das Fortschreiten der Krankheit reduziert wurden. Ekcimer Laser spielt eine wichtige Rolle bei der Behandlung dieser Krankheit. Die Haartransplantation kann 2 Jahre nach dem gestoppten Haarausfall, ausgeführt werden.

 

alopecija_02-vLichen Planopilaris ist eine seltene entzündliche Erkrankung, die ungleichmäßigen dauerhaften Haarverlust verursacht, und tritt häufiger bei Frauen zwischen 40 und 60 Jahren auf. Sie ist ein Teil des klinischen Bildes von Lichen Planus, kann aber auch die übrige Haut, die Schleimhäute und die Fingernägel erfassen. Die Ursache ist unbekannt, es wurde jedoch ein Zusammenhang mit allergischen Reaktionen auf bestimmte Chemikalien, virale Infektionen, Medikamente und sogar Stresssituation festgestellt. Typische Erscheinung sind glatte haarlose Flächen, an deren Enden eine Rötung vorhanden sein kann. Sie tritt an mehreren Stellen auf, und diese Felder können sich verbinden und so größere Flächen von unregelmäßiger Form schaffen, hauptsächlich am Oberkopf. Symptome sind oft nicht vorhanden, es kann aber zu Juckreiz, Schmerzen, Brennen und Härtegefühl kommen. Tritt häufiger bei der afrikanischen Bevölkerung auf, und in 8% aller Fälle tritt die Lichen Planopilaris nach einer Haartransplantation auf. Die Diagnostizierung wird durch eine klinische Untersuchung, Dermatoskopie und Biopsie gemacht. Da es sich hier um einen progressiven Prozess handelt, muss so schnell als möglich mit der Behandlung begonnen werden. Es wird eine kombinierte Anwendung von Finasterid, Minoxidil (2-5 %) und Corticosteroid vorgenommen, um das Fortschreiten der Krankheit zu verzögern; wenn die Krankheit zwei Jahre lang stabil ist, kann eine Haartransplantationen ausgeführt werden. Die Blutplasma-Therapie (PRP) kann zu einer Verbesserung der Symptome führen.

 

Die narbige Alopezie erfordert vorerst eine richtige Diagnostizierung, durch welche die übrigen nicht narbigen Alopezien ausgeschlossen werden können. Sogar die androgenetische Alopezie kann manchmal einer schwachen Form der narbigen Alopezie ähneln, ein erfahrener Kliniker wird das nicht übersehen. Es wäre ein großer Fehler eine Haartransplantation auf einer von narbiger Alopezie befallenen Fläche vorzunehmen, denn dies könnte zu einer Vergrößerung des Haarausfalls führen, und das Verfahren wäre erfolglos, weil die Haarfollikel durch den entzündlichen Autoimmunprozess beeinflusst wären. Aus diesem Grund ist die Dermoskopie, als Grunddiagnostizierungsmittel zur Bestimmung dieser Krankheit äußerst wichtig. Da diese Alopezien sehr schwierig und langwierig zu behandeln sind, ist es von großer Wichtigkeit rechtzeitig den Arzt zu besuchen, um das Fortschreiten der Krankheit unter Kontrolle zu setzen und weiteren Haarausfall zu verhindern. Wenn kein aktiver Haarausfall besteht und keine Progressionszone einer narbigen Alopezie vorhanden ist, kann eine Haarverpflanzung oder Verminderung von haarlosen Flächen in Betracht gezogen werden. Eine chirurgische Verschiebung der vorderen Haarlinie (Haaransatz) kann ein effizientes Verfahren für die Korrektur einer fibrosierenden Frontal- oder Traktionsalopezie sein.

 

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